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Wenn ich in Bulgarien steuerlich ansässig werde, bin ich das Außensteuerrecht meines Heimatlands los?

Nein. Die steuerliche Ansässigkeit in Bulgarien, in der Regel bei Lebensmittelpunkt oder über 183 Tagen Aufenthalt, sagt nichts darüber aus, ob Ihr Heimatland Sie weiterhin oder nachlaufend besteuert. Deutschland hat ein eigenes Außensteuerrecht mit Wegzugsbesteuerung und erweiterter beschränkter Steuerpflicht, das unabhängig davon greift. Die erweiterte beschränkte Steuerpflicht nach § 2 Abs. 1 AStG trifft, wer in den letzten zehn Jahren vor Ende der unbeschränkten Steuerpflicht als Deutscher mindestens fünf Jahre unbeschränkt steuerpflichtig war, in einem niedrig besteuernden Gebiet ansässig ist und wesentliche wirtschaftliche Interessen in Deutschland hat. Bulgarien ist ein Niedrigsteuergebiet im Sinne des § 2 Abs. 2 Nr. 1 AStG: Bei 77.000 € Einkommen fallen dort 7.700 € an, in Deutschland 2026 rund 21.204 € (§ 32a Abs. 1 EStG), also mehr als ein Drittel weniger. Der Betroffene bleibt dann zehn Jahre nach Ende des Wegzugsjahres mit seinen nicht ausländischen Einkünften steuerpflichtig, in jedem Jahr, in dem diese Einkünfte zusammen mehr als 16.500 € betragen (§ 2 Abs. 1 Satz 3 AStG). Wesentliche wirtschaftliche Interessen liegen nach § 2 Abs. 3 AStG unter anderem vor bei einer Beteiligung im Sinne des § 17 EStG an einer inländischen Kapitalgesellschaft oder bei inländischen Einkünften über 30 Prozent aller Einkünfte oder über 62.000 €. Beanspruchen beide Staaten die Ansässigkeit, entscheidet das Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland Bulgarien in Art. 4 Abs. 2 in fester Reihenfolge: ständige Wohnstätte, Mittelpunkt der Lebensinteressen, gewöhnlicher Aufenthalt, Staatsangehörigkeit, zuletzt Verständigung. Eine Ferienwohnung ist keine ständige Wohnstätte, eine ganzjährig nutzbare Wohnung ist es. Das DBA beseitigt die deutsche Steuerpflicht nicht rückwirkend und ersetzt keine Erklärung. Klären Sie die Risiken deshalb vor dem Wegzug mit einem Außensteuer-Experten Ihres Herkunftslands. Hilfe in deutschen Steuersachen darf geschäftsmäßig nur leisten, wer nach dem Steuerberatungsgesetz dazu befugt ist (§§ 2, 5 StBerG); ein in Bulgarien tätiger Berater nur vorübergehend, gelegentlich und nach Meldung bei der Steuerberaterkammer Düsseldorf (§ 3a StBerG). Svetlana kennt die deutsche Außensteuer-Problematik aus der Praxis, darf und wird aber nicht steuerlich beraten. Einordnung: Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland Bulgarien.

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Svetlana – JCP